2010-10-29

Kapitel 84

Wie er das nur gemeint hatte? Wollte er sie etwa zu etwas zwingen. "Verdammt nochmal, Sue. Du verrennst dich da in etwas", mahnte sie sich selbst. Es klopfte an der Tür. "WAS?", zickte sie. Und wandte ihr Gesicht zur Wand, damit, wer auch immer herein kam, ihr Gesicht nicht sah. "Ich bin´s", die Stimme ihres Bruders drang von der anderen Seite. "Darf... Darf ich rein kommen?", zögerte er. Sie schwieg und drehte sich wieder zur Tür um. Die Tür öffnete sich. Nur einen Spalt. Ein paar Zentimeter. Nur so, dass er herein spähen konnte. Er sah sie fragend und zugleich mitfühlend an. Sie versuchte seinen Blick zu deuten. Es gelang ihr nicht. Sie nickte leicht. Er kam rein und schloss die Tür leise hinter sich. Dann setzte er sich auf die Bettkante und nahm sie in den Arm. Er sagte kein Wort. Er war einfach da. Und sie war sicher. Er war der beste Bruder den man haben konnte. Sie lehnte sich an seine starke Schulter. Er strich ihr über den Kopf: "Alles wird gut meine Kleine." "Nein", schluchzte sie, "Nichts wird gut. Niemals. Hör auf so einen Mist zu reden." "Hör du auf so einen Mist zu reden", sagte er. Er legte den Finger unter ihr Kinn und erhob es, so dass sie gezwungen war ihn anzusehen. In seine Augen die den selben Farbton hatten wie ihre. "Das ist kein Mist", murmelte sie leise und einer Verzweiflung nahe. "Das ist das Leben." Er lachte und schüttelte den Kopf. Sie sah ihm wieder in die Augen und begann zu weinen. Er zog sie wieder in seine starken Arme. Als sie sich ein wenig beruhigt hatte sagte sie: "Du bist der beste schlimme Bruder den man sich wünschen kann." Er lachte, wuschelte durch ihre Haare und antwortete:" Und du die beste chaotische Schwester die ich haben kann!" Dann saßen sie eine Weile da und schwiegen, bis er gehen musste um sich mit einem Freund zu treffen. Sie lächelte: "Viel Spaß euch beiden!"

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