2010-07-14

kapitel 52

Endlich war diese Folter vorbei. Sue brachte die schmutzigen Teller in die Küche und verschwand so schnell wie möglich wieder in ihr Zimmer. Paul tat dasselbe. Und Nicole? Die saß unten. Alleine und verwirrt. Sue hatte ihre Tür geschlossen, nur einige Zeit bevor sie sich wieder öffnete. Sue wandte den Kopf von ihrem Monitor ab, in die Richtung. Ihr Bruder streckte gerade seinen Kopf durch die Tür und grinste. „Was gibt´s?“, fragte Sue, die es nicht abkonnte wenn Familienmitglieder in ihrem Zimmer waren. Sie fühlte sich dann so beobachtet und unter Kontrolle. Paul betrat den Raum und ließ sich auf dem Bett nieder. Es würde wieder etwas länger dauern. Sue meldete sich ab und fuhr ihren Computer herunter. Sie sah Paul an, der gewartet hatte, bis sie Zeit für ihn hatte. Er war geduldig ganz im Gegensatz zu ihr. „Ja?“, fragte sie erneut. „Glaubst du…“, fing er an. Seine Stärke war es, dass er geduldig war. Seine Schwächen waren seine Zurückhaltung und seine Schüchternheit. Das war immer so gewesen. „…es war richtig. Glaubst du, dass sie es wissen musste? Jetzt? Hast du sie gesehen?“ Sein Lächeln war verschwunden. „Klar hab ich sie gesehen!“ Was glaubte der denn? Das sie blind sei? „Ich weiß es nicht. Aber nun ja. Jetzt weiß sie woran sie ist. Sie wird es überleben.“ „Natürlich…“ Ihre Stärken waren ihr blinder Aktionismus, der ihr jedoch auch oft genug zum Verhängnis wurde und ihr Optimismus.

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